Barghbyspass…

Ich gebe es zu – von Anfang an war ich eigentlich darghegen mit dem Zwargh irgendwelche kursarghtigen Veranstaltungen zu besuchen…Hiermit gebe ich zu: ich bin eingeknickt! Ja, verdammte Scheisse, total! Aus zwei Gründen…zum einen fällt einem dezent die Decke auf den Kopp, wenn man mit so einem Zwargh den ganzen Tag zu hause hängt. Klar, Zwarghe sind süß und so…und mein Zwargh ist quasi Quell ewiger Freude, aber sie wissen schon…so auf Dauer nur Kinderradio als einzige Berieselung sorgt für Hirnwasserabsenkung (ich habe noch immer das Zahnputz- und das Obstsalatlied im Kopf) und zum anderen bin ich selbst eh schon so’n totales Sozialwrack und musste mal raus. Austausch und so. Wenn man nämlich so vollkommen ahnungslos ist, wie ich, was Zwarghenzeug angeht, dann ist es manchmal gar nicht schlecht, wenn man noch ’ne 2. oder 3. Meinung einholen kann. Wenn man aber 0,0 Bekannte hat, wird das schwer…

So kommt es also, dass ich nach der Babymassarghe (die ein voller Erfolg war) nun auch noch ein paar andere Veranstaltungen besuche. Da der Zwargh nun schon fast 9 Monate alt ist (9…NEUN!!!!! VERDAMMTE SCHEISSE – N E U N!!!) will er ja auch bespasst sein und findet es irgendwie gut, wenn andere Blagen um ihn rum sind. Lustiger weise dreht er zu hause immer komplett auf…bin ich mit ihm dann wo anders, liegt er meist rum und zieht sich rein, was die anderen so machen, was den Eindruck erwecken kann, dass der Zwargh eben nur eine rumliegende Wurst ist. Aber drauf geschissen…ich weiß ja, dass es so nicht ist.

Ich bin mittlerer Weile Profi im Umgang mit anderen Muttis, Klugschisse perlen an mir ab und ich habe tatsächlich die ein oder andere Bekanntschaft gemacht, die brauchbar ist. Außerdem fand ich auch Anlaufstellen, die mir Fragen in Sachen Zwargh kompetent beantworten können…UND ich habe die komplette Top 10 der Zwarghensongs drauf. Vom Kuschelbären über die kleine Schnecke, vom Karussell über das Fähnchen, vom Schöndasdudabist zu Alleleutgehenjetztnachhaus…einfach alle!

Nun begab es sich zu einer Zeit, als der Zwargh noch in mir weilte – Herr Argh spuckte große Töne und proklamierte ER wolle mit dem Zwargh, so er denn dann da ist, zum Babyschwimmen gehen. DER Herr Argh, den ich kenne…das ist ungewöhnlich, denn der schwimmt nicht. Also er kann es, aber er bevorzugt entspanntes Rumdümpeln in plautzentiefem Wasser (was beim Babyschwimmen ja genau genommen so ist…hmmm) aber er erwähnte die Schwimmsache so oft, dass ich davon ausgehen musste, dass er das ernst meint.

Hinlänglich informierte ich mich also über die Angebote hier in der Gegend und musste feststellen, dass sie mannigfaltig und ausgebucht sind. Zwischenzeitlich geriet das ganze mal ins Hintertreffen, aber neulich wurde mir ein Tipp zugespielt, dass da noch ein Kurs stattfinden würde, dem ich beitreten könnte. Ich leitete also alles in die Wege und verhaftete Herrn Argh.

Muahahahahahaha…einen Babyschwimmkurs muss man sich so vorstellen, dass man mit ca. 6-8 Blagen und deren Eltern (tatsächlich werden hier verdächtig oft die Väter eingespannt) in einem mehr als pisswarmen, plautzentiefen Becken bei ca. 45 Grad Raumtemperatur in irgendeinem Physiobad rumhängt. Sieht ein bisschen so aus, wie Babyeintopf mit Elternbeilage. Je nach Alter der Zwarghe kommen dann noch Sachen wie Poolnudeln, Bälle und so’n Tinnef zum Einsatz. Jenes erzählte ich auch Herrn Argh zur Vorbereitung auf seinen Einsatz. Der nämlich hatte wohl nicht mehr damit gerechnet, dass ich ernst machen würde, aber aus der Nummer kam er nicht mehr raus.

Was ich allerdings großzügig ausließ war die Information, dass auch beim Babyschwimmen…naaaa, naaaaaaa, naaaaaaaaaaaaaa? – GENAU – es wird gesungen!!!

BWAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!!!!

Glauben sie mir, das Gesicht von Herrn Argh, dass sich mir bot, als die Übungsleiterin schon zum Anfang des Kurses das Willkommenslied anstimmte, was Gold wert. Das hält immer noch vor. Gefolgt von der völligen Entgleisung, als dann noch das Karussell folgte und irgendein Lied (was ich sträflicherweise noch nicht kannte) über Züge. Ich glaube, dass das Wasser urplötzlich gleich 10 Grad mehr hatte…jetzt sah das Becken aus, wie Babyeintopf mit Tomateneinlage, denn genau so rot glühte Herrn Arghs Schädel angesichts der geforderten Gesangseinlage, gegen die sich der gute aber vehement wehrte. Man muss zu seiner Ehrenrettung allerdings sagen, dass ihm die moves, die man zum entsprechenden Song machen musste, schon alles abverlangten *hust* und auch die anderen Vatis nicht gerade mit Gesangstalent und -lust punkteten. Also bis auf den einen. Der war voll dabei. Meine Fresse. Es schien gar so, als wolle er mit seinem Einsatz die Ehre aller anwesenden Gesangsverachter retten. Der Typ gab einfach alles. Allerdings singt die Übungsleiterin auch echt scheisse (was hier erwähnt sein muss) und er übertönte sie, so dass es auch für die außen sitzenden akustisch etwas besser erträglich wurde. Vielleicht geht der Typ ja zum Gesangsverein oder so…

Keine Ahnung. Der Zwargh jedenfalls fand es spitze – dummerweise raffte uns ja letzte Woche eine Krankheit dahin, was Herr Argh zum Anlass nahm sich gestern zu drücken und mich ins Becken zu schicken, aber wenn er denkt, ich übernehme das jetzt, hat er sich geschnitten…ich muss schon morgen wieder ran beim Kindarghturnen für die ganz kleinen…

Darauf noch eine Strophe „komm mit mir ins Klatscheland“…

22 Kommentare

      1. Für das Entertainment treuer Leserschaft muß man bereit sein, Opfer zu bringen.

        Als Komm-Pro-Miss böte sich das Anfertigen einer Aufzeichnung an, die erst NACH der – statistisch gesehen – ohnehin stattfindenden Trennung irgendwann innerhalb der nächsten 2 Jahre veröffentlicht wird. Die Nachwelt wird Ihnen dieses kulturell unentbehrliche Zeitdokument danken; ich für meinen Teil würde sogar Endgeld entgelten.

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      2. Sie haben recht…ich sollte an die Zukunft denken. Auch zur Einforderung monetärer Art nach einer etwaigen Trennung könnte kompromittierendes Bildmaterial nützlich sein…

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    1. Unglaublich, oder? Ich hatte das auch nicht – dafür aber 24/7 Bespassung von Oma und meine Mutter schleppte mich ja auch zu ihren Freundinnen, die ebenfalls Kinder hatten. Das kann ich hier alles nicht bieten, also muss ich anderweitig für Programm sorgen. Und dafür, dass ich so auch mal rauskomme…

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      1. Na, in Spitzenzeiten rannten hier gleichzeitig 6 Zwarghe und Zwarghinnen rum. Später dann Pubertiere und Pubertösen in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung. Und nein, keins davon ist von mir, leider. Ich hab nur viel Platz. Und ein eingezäuntes Grundstück. Und nen Obstgarten, wo Zugriff ausdrücklich erlaubt ist. Und ich hab die komische Einstellung, das blaue Flecken zum Leben gehören, das am normalen Dreck noch keiner gestorben ist, und wenn die Katze zuhaut, dann seid ihr ihr zu lange auf den Geist gegangen….heul hier nicht rum, das heilt wieder!
        Klingt paradiesisch? Ja, find ich auch. In heutiger Zeit muss man ja damit rechnen, das man verklagt wird, wenn ein anderes Kind auf dem Grundstück sich das Knie aufschürft. Ob ich noch mal so unbefangen wär – das wag ich zu bezweifeln. Für die Patenkinder und ihre Kumpels war die Freiheit auf dem Riesengrundstück einfach nur genial.

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      2. Ich finde, das hört sich spitze an! Der Zwargh dürfte da völlig unbefangen loslegen – ich sehe das nämlich genau so. Die völlig in Watte zu packen hilft denen nicht…

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      3. Das kann ich dir sagen!
        Und ich danke noch heute allen Mächten die mich steuern, dafür, das das erste Zimmer nach der Haustür zum Bad ausgebaut wurde.

        PS: Traktor fahren war übrigens auch sehr beliebt. Vor allem mit Gülleanhänger. XD

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      4. Trecker gehen immer. Tatsächlich ist der Zwargh da vorbelastet, da Senior einige besitzt. So richtig alte, die schön Lärm machen und ölig sind 😁😁😁

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  1. Ich glaube ich hätte das Singen auch boykottiert. 😁😁😁
    Aber mal im Ernst. Ich verstehe das Baby-Musik-Konzept nicht. Ist es in dem Alter nicht egal was man die kleinen hören lässt? Die verstehen doch eh nichts. Oder hat das einen tieferen Sinn, der sich mir als Nichtelternteil entzieht. Eine bekannte meinte mal, sie höre im Auto ihre Musik. Und die Kleine hinten wirkte damit auch zufrieden. Die furchtbare Kindermucke ist ja nicht zum Aushalten.

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    1. Also was das angeht kapiere ich es auch nicht. Meist höre ich meine Musik auch einfach, aber auf die Dauer dachte ich, es wäre ggf. etwas „unruhig“ So richtig Sinn macht Kindermusik wohl erst, wenn sie selbst mitsingen können 🤔

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      1. Das mit dem unruhig hängt natürlich davon ab was du hörst. System of a down oder Hatebreed wären da vielleicht nicht die erste Wahl. 😉
        Das mit dem Mitsingen ist glaube ich ein wichtiger Punkt. Was Rhythmusgefühl angeht gehen natürlich auch „Erwachsenenlieder“. Und wenn sie eine emotionale Wirkung auf die Kinder haben, umso besser.

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      2. Eben 🤣 ich bin oft in schwer bis schwarzmetallischen Musikgefilden unterwegs und das ist dann doch nicht so kompatibel. Aber die Klassiker gehen – Maiden und WASP mag er tatsächlich 🤣🤣🤣

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      3. 😁 Schadet sicher nicht wenn er früh in die richtige Bahn gelenkt wird.
        Was das Programm angeht, das du bieten möchtest. Ich glaube (und ein bisschen was weiß ich über Kinder) dass die ganzen Kurs Angebote sicher nicht schlecht sind. Aber notwendig sind sie auch nicht. Wenn man mit Kindern raus geht in den Park, auf den Spielplatz (ja ich weiß 9 Monate usw) oder auch einfach nur an das Flussufer sind die Kleinen oft ohne zusätzliche Stimulation so fasziniert von allem, dass das als „Programm“ schon reicht.

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      4. Notwendig sind sie nicht…sicher, aber wie ich erwähnte ist das ganze ja auch ein wenig eigennützig, da ich schlichtweg hier niemanden kenne und nicht wirklich Freunde/Bekannte habe (da ich 300 km von allem/n weggezogen bin und vor dem Zwargh einer von den Idioten war, die nur gearbeitet haben)

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  2. Krass! XD
    Na, da erwartet den Herrn Argh aber noch eine ziemliche Überraschung. 😀
    Ansonsten, ähm, ja. Das hatten wir zu meiner Zeit – die ja deine Zeit minus ein paar Wöchelchen ist – alles nicht, und es ist ja trotzdem was aus uns geworden. Glaube ich mal. *grübel*
    Ne, aber du hast schon recht, ein wenig aus dem Haus und andere Zwarghe sehen schadet nicht. Im Bekanntenkreis haben die das Problem, dass deren Zwargh abgesehen von den Eltern nur bei Oma und Opa und Tante und Onkel rumlebt, und deshalb nicht mit anderen Kindern kann und mag. Was halt doof wird, wenn der mal in den Kindergarten muss.

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    1. Herr Argh musste ja schon ran – das war ja das lustige ^^

      Wie ich anderswo schon erwähnte, früher war das bei mir z.B. auch kein Thema, weil ich 24/7 von Omma Argh bespasst worden bin, Omma 2 in den Startlöchern stand und meine Eltern einen Haufen Bekannte hatten, die ebenfalls Kinder hatten. So war man quasi von Haus aus bespasst.

      Ich hingegen, als „Sozialwrack“ habe meine ganzen Freunde ja 300km „zu Hause“ gelassen und hier nie wirklich groß was in die Richtung unternommen. Arghbeiten und Sportverein war alles und in letzterem sind zwar sehr nette Leute, aber eben niemand mit Kindern im Zwarhgenalter…

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      1. Ja, aber das muss er ja nun regelmäßig, drücken gilt nicht. :D

        Du hattest mal geschrieben, dass ihr ziemlich weit weg von der Familie wohnt, ja. Was natürlich in dem Fall etwas ungünstig ist, angesichts des Umgangs der Eltern mit dem Zwargh aber vielleicht doch wieder nicht, wenn ich da an einen deiner jüngeren Beiträge denke. ^^‘

        Und du bist ganz sicher kein Sozialwrack, na komm. ;)
        Eine Lösung wäre ja, dass du im Sportverein ein wenig kuppelst, dann hättest du so in neun Monaten Spielgefährten für den Zwargh. *pfeif* ;)

        Ne, ihr macht das schon ganz gut, denke ich. :)

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  3. Sirenengesang beim Babyplanschen… das ist doch ein Trennungsgrund! ;) Ansonsten kann ich nur sagen: Die Zeit wird noch beschleunigen. Wir sind bei Jahr 6. Dabei hat sie gestern noch Windeln getragen… damals, als ich noch jung und knusprig war… einigermaßen… Scheibenhonig, bin ich alt…

    A pro pos: Schimpfwörter verharmlosen ist auch so ein Akt, damit das Kind nicht anfängt wie ein Hafenarbeiter zu fluchen und die Oma rote Ohren bekommt

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  4. Kinder lieben Musik und Singen und Tanzen und Bewegung. Das ist manchmal irritierend, speziell wenn man mal als Elternteil in so eine Mitmachstunde bei der Musikschule reinrutscht. Doch es kann auch befreiend sein. So irgendwie. Vielleicht stumpft man über die Jahre auch einfach nur ab. Letztendlich ist es ja auch egal. Die Kids machen das irgendwann mal selbst. Warte mal ein paar Jahre ab. Dann muss man auch selbst nicht immer dabei sein… ;)

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