Wellnesspopellness…

…mein Geburtstag is ja nun schon wieder ein paar Tage her *hüstel*, aber dennoch habe ich das Gefühl, ich muss da noch was aufar(gh)beiten und weil ich gerade ein paar Tage frei hatte, hatte ich auch mal Zeit dazu.Anlässlich dieses Tages waren Herr Argh und ich „Wellness machen“. Also mal ausnahmsweise und mit allem Zipp und Zapp in so’nem Tempel, der nur zum Zwecke des wellnessens gebaut worden ist. Mit trölfzig Möglichkeiten zu saunieren, rum zu gammeln, durchgeknetet zu werden oder sich sonstwie auf Vordermann bringen zu lassen.

Prinzipiell gar nicht mal so schlecht, aber irgendwie auch befremdlich finde ich. Nicht nur, weil da alle nackt sind, sondern wegen…ähhh…überhaupt.

Also dieser gesamte Trend und Vorgang des wellnessens an sich. Ich kann mich z.B. noch dran erinnern, wie drei Typen aus meinem alten Spochtverein immer drauf schworen alle zwei Wochen in die Sauna zu gehen. Damit hauten sie immer tierisch auf die Kacke, weil sich die Sauna in so einem Nobelschuppen befand, in dem man(n) dann gleich auch noch Brunchte (Brunchen is auch so’n 90er Ding irgendwie…warum war DAS eigentlich mal so „in“?!?) und sich quasi auf den Abend vorbereitete, um für die Chicks in shape zu sein und so (mir wird gerade schlecht) mir war das damals jedenfalls schon alles irgendwie suspekt. Überhaupt diese Saunasache. ‚N Buch mit sieben Siegeln für mich, weil ich nie so richtig wusste, wie man das macht. Also was so die Saunierungsgrundregeln und Gebräuche sind. Ich habe tatsächlich die ersten 30 Jahre meines Lebens als Saunajungfrau verbracht…gebadet in Unschuld und -wissen. Dann ging ich – zum 30 Geb. ebenfalls wellnessend – das erste mal und fand es ok. Leicht befremdlich, aber ok. Aber jetzt halt auch nicht so geil, dass ich das immer haben muss. Nun also eine Wiederholung des ganzen. Gepaart mit professioneller Durchwalkung meinerselbst. Aber dazu später…

Generell nämlich finde ich diese Wellnessoasen (?) echt strange. Und die Kunden da auch. Was sich mir z.B. so gar nicht erschließt ist, was daran so geil ist nackt vor einem Kamin zu sitzen und alkohlfreies Weizen zu saufen oder nur mit einem Bademantel bekleidet zu dinieren. Oder – natürlich ebenfalls nur bebademantelt in einer Sitzecke rum zu hängen und dabei über Golf und Börsenkurse zu reden…dass das Unbekleidet sein für den Besuch einer Sauna an sich elementar ist, kann ich nachvollziehen. Warum man aber frank und frei alles baumeln lässt, während man auch anderen Tätigkeiten nachgeht, nicht. Sehen und gesehen werden…halleluja…

Was auch auffällt ist, dass sich viele Paare in so Schuppen rumdrücken. Ok, wir ja in dem Falle auch, aber für einige scheint der Besuch einer solchen Einrichtung der Inbegriff der puren Romantik zu sein. Der ÜBERromantik. Verstehe ich nicht. Was ist romantisch daran, dass ich mit anderen nackten Menschen in einem Zuber voller Sprudelwasser hocke, in einer Holzbude vor mich hin schwitze oder in irgendwelchen Salzbecken zum eingelegten Hering mutiere?!? Mich umweht da weder der Hauch von Romantik noch von schöner Zweisamkeit. Ehrlich gesagt vergeht mir die teilweise sogar bei dem, was es da zu Weilen zu sehen gibt. Hat sich ja niemand selbstgemacht, aber ähm…egal…wenn jemand neben mir seinen letzten Dönerteller „mit alles“ ausdünstet und dabei den Eindruck macht gleich zu kollabieren finde ich das eher fragwürdig…

Um die Romantik noch ins Unendliche zu steigern kann man ja noch „Anwendungen“ buchen. Massage und so. Hatten wir auch. Ich persönlich stehe ja auf handfestes wie Thaimassage mit ordendlich Gebiege und Geknete. Wenn überhaupt. In unserem Package enthalten war aber nur was zur Entspannung. Warum auch nicht. Eingangs bat man uns unser bevorzugtes Ölaroma (also Duftöl) aus zu wählen, bevor es an’s Eingemachte gehen sollte. Stranger wurde es dann schon in dem Raum an sich. Nicht nur, dass man sich auch hier komplett entblättern sollte…man reichte uns einen – obacht – Einmalstringtanga aus einer Art Küchenpapier. Mit dem Hinweis, dass man uns gleich mit dem Öl übergießen (!!!) würde und jenes sonst unsere echten Klamotten ruinieren würde. Ich wiederhole an dieser Stelle nochmal…man reichte dieses Einmaldings UNS. Herr Arghs Blick und der darauf folgende ANblick der sich mir bot war zwar weitestmöglich weg von jeder Romantik, aber dafür anderweitig unbezahlbar. Nachdem wir beiden dann jeweils auf so einer komischen Liege platznehmen durften wurden wir beölt. Die haben keine halben Sachen gemacht…war ’ne äußerst glitschige Angelegenheit. Gut, aber glitschig. Und keinesfalls romantisch. Auch nicht erotisch, falls das jetzt einer denken mag…Um den Anblick des in den Einmalstring gewandeten Partner nicht länger ertragen zu müssen, legte man uns so komische Wattedinger auf die Augen, aber dennoch lies mich der Gedanke daran, was die Wellnessdamen so anblickstechnisch ertragen müssen, nicht ganz los. Herr Argh und ich machen ja noch ne passable Figur, aber schlimmer geht ja bekanntlich immer *ugh* das ölige Vergnügen jedenfalls war zwar tatsächlich entspannend, aber romantisch ist anders…hatten aber ’n super „Urwaldwasserplätschersound“ am Start!

Im Anschluss daran gab’s dann noch ein ägyptisches Bad. Oder das, was sich deutsche Wellnessbuden so unter ägyptischen Bädern vorstellen. Nämlich einen goldenen Badebottich in einem geschmackvoll *hust* gold-ägyptisch angehauchten Raum im Pharaonendesign. Verfeinert mit ner Tonne Rosenblätter. Wenn schon denn schon – Kitsch as Kitsch can, sage ich nur – aber immerhin gab’s Obst und ’n Glas Blubberwasser dazu *burps* aber auch hier war die Romantik eher überschaubar. Liegt jetzt vielleicht auch an mir, dass ich bei solchen Prozeduren generell nicht verzückt dahinschmelze, aber wir fragten uns auch eher, wie oft in dem Bottich wohl schon die Luzie abgegangen ist (wenn sie verstehen…*röchel*) und hofften, dass selbiger dann auch gründlich geschrubbt worden ist oO – davon abgesehen musste man ja nach Ablauf von 20 Minuten mit dem Erscheinen des Wellnesspersonals rechnen, was nun nicht unbedingt dazu beiträgt, dass die Stimmung…ähhh…steigt…also es sei denn, man hat keine Zeit zu verlieren, aber ich weiß ja nicht. War auf jeden Fall ganz nett. Ich brauche so’ne Megawanne. Zu Hause wäre das ’ne Maßnahme. Dummeweise gibt das das zu Hause gerade nicht her…aber vielleicht irgendwann mal.

Bleibt mein Fazit: Wenn ich den ganzen Schuppen für mich alleine gehabt hätte wäre es besser gewesen…muss also dringend Reichtum anhäufen, damit ich mir zu Hause ne Sauna und einen eigenen Bottich bauen kann. Bis dahin gehe ich lieber zur Thai-Tante…

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15 Kommentare

  1. Also, ich mag ja Sauna. Nicht weil romantisch, auch nicht wegen der vielen anderen nackigen Leute… sondern einfach weil es total entspannend und schön warm ist :) Vor allem weils warm ist… man kann den ganzen Tag so halbdösig rumpennen… Hach…

    In meiner und meines Mannes Studentenstädten gab es in den ortsansässigen Saunen auch immer einen Studententag. Und eine Sauna mit Schloßblick… ^^

    Wir waren ja „damals“ im Tropical Islands, das war schon super. Jetzt gehen wir hier abundzu in einer Therme saunieren, die hat eine Sauna mit Meerblick ^^ Und anschließend kann man an den Strand und ins Meer hüpfen… (Wer kann schon behaupten im Dezemer in der Ostsee gewesen zu sein? höhöh).

    Die anderen Leute blende ich immer gekonnt aus.

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  2. Nackte Paare, Whirlpools, Babyöl, schwitzende Leiber, betatschen … Liebe Frau Argh, bist du sicher, dass die Leute keine Masken getragen haben und ihr euch … nunja … verlaufen habt? Ich habe jedenfalls hinreichend Furcht entwickelt, einen solchen Ort niemals nicht zu betreten. Ich bin ja schon für Schwimmbad zu prüde. *g*

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  3. In so einen Schuppen würden mich ja keine zehn nackten Frisösen reinkriegen? Ich hasse menschlichen Kontakt ja ohnehin schon, aber der Laden wäre für mich der SuperGAU. Quasi meine persönliche Hölle. Selbst als sexuell frustrierter Dauersingle kann ich nicht nachvollziehen,w as daran toll sein soll, mich von einer fremden Person durchmatschen zu lassen. Das ist einfach nicht meine Welt.
    PS: Brunch ist eine der Unterstufen meiner persönlichen Hölle. Noch vor Kaffeeklatsch.

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  4. Bis zu meinem 24. Geburtstag war ich auch Saunajungfrau. Aber wenn man mit einem Finnen zusammen ist, kommt man um die Sauna nicht drumherum ;). Jetzt liebe ich sie. Aber am meisten die private (zugegebenerweise reichlich marode), holzbeheizte Sauna am See. Ab und zu gehen wir in Deutschland trotzdem auch in Wellnesstempel – die Leute stören zwar, aber die Wärme tut ab und zu einfach gut.

    Saunaregeln sind eine seltsame Erfindung. In Finnland gibts sowas nicht – außer dass man in öffentlichen Saunen geschlechtergetrennt sauniert. Ansonsten macht jeder wie er will und man darf sich in der Sauna auch angeregt unterhalten. Damit erntet man hierzulande ja meist böse Blicke und Kommentare.

    Das mit dem überall nackt rumhängen, ist mir auch suspekt. Ich finde es irgendwie auch ziemlich ekelig, in so einen Pool zu gehen, wo alle nackt drin sind. Da ist mir die Dusche dann doch lieber…

    Meine Chefs stehen total auf Sauna… so sind sämtliche Firmenaktivitäten meist mit gemeinschaftlicher Sauna verbunden… DAS ist ja gar nicht meins mit dem Chef nackt in die Sauna zu gehen o_O.

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    1. Ich nehme den Artikel mal als Warnung. (Auch wenn ich gut gelacht habe beim Lesen.)

      Grundsätzlich hätte ich nichts dagegen, mich mal fachgerecht durchwalken zu lassen, gerne auch heiße Steine und solchen Kram genießen. (Öldusche und Einmalstring wären mir allerdings bereits suspekt.)
      Was ich aber gar nicht haben muss, sind nackte Menschen. Ich will die nicht sehen und auch nicht so gesehen werden. Da schüttelt’s mich leider instant. Und so einen brodelnden Zuber mit anderen Menschen teilen auch nicht. Wuarr.

      Nee, sorry. Kann ja gerne jeder machen, wie er mag, aber für mich un-er-träg-lich, allein der Gedanke daran.

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      1. …kann ich auch nachvollziehen. Wie gesagt – wir waren auch mal bei so einer Thaigeschichte, da war man dann wirklich nur zu Zweit in einem Raum und weder vorher noch nachher nackt. Da gab’s das Öl dann auch in gesunden Dosen und man konnte die eigenen Unterbuxe anbehalten. War durchaus gut und zu empfehlen!

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  5. Also… Mal von Ölgepansche und Einmalstrings (:D) abgesehen: Sauna ist super! Als „Schwedin im Herzen“ bin ich schon von Kindesbeinen an Saunabegeistert. Man muss sich einfach darauf einlassen, finde ich. Gut, manche Menschen sind vielleicht nicht zum modeln geeignet, aber das würde mich persönlich in der Sauna auch sehr verunsichern, wenn alle anderen makellos schön wären. Ich finde, die Sauna ist in Deutschland wo fast der einzige Ort, wo man einfach mal gerne nackt sein darf! Das gibts in unserer prüden Gesellschaft na sonst fast nirgendwo! Und dabei ist eine der eingeschriebenen Regeln: Man guckt einfach nicht so genau hin bei den anderen. Und die dann auch nicht bei dir. :D Wobei das natürlich auch manchmal schwer fällt. Egal, zurück zum Thema – Ich finde Sauna super und ich finde es eigentlich traurig, dass viele das so prüde sehen. Nichts gegen deine Meinung, Frau Argh! :) Ich finde ja schon immer die Leute störend, die sich in der Sauna selbst nicht mal trauen, das Handtuch abzulegen. Als ob man ihnen sonst was weg gucken würde. Und es ist einfach überhaupt nicht entspannend, wenn man die ganze Zeit damit beschäftigt ist, aufzupassen, dass alle Handtuchzipfel da bleiben, wo sie sollen.Einfach mal loslassen lautet hier die Devise – im wahrsten und im übertragenen

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    1. …ich sehe das überhaupt nicht prüde ^^ ich dachte, man hat gemerkt, dass mein Beitrag mit SEHR viel Augenzwinkern geschrieben ist ;-) für mich kann jeder so sein, wie er mag. Aber danke für den langen Kommentar!

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