I’m a Kexmachine…

…auch wenn ich das Gefühl habe immer mehr zum Grinch zu werden, so überkommen mich doch um die Weihnachtszeit noch regelmäßige Anwandlungen von Besinnlichkeit (bitch!) in denen das alljährliche Keksebacken dazugehört. (Außerdem habe ich bei Schnipseltippse jüngst einen irgendwie dazu passenden BEITRAG gelesen) Ein elementares Element hier ist die *trommelwirbel*

KEKSPRESSE!!!

Kennt jemand das Teil? Meine Oma hatte mal so eine…richtig old-school. In Kackbraun-Beige…kennt jemand die Dinger noch? Das is’n bisschen wie ’ne Silikonpresse für Keksteig. Der absolute Kracher…

Hauptsächlich  geht es eigentlich  nicht um die Presse an sich, wohl aber darum, dass ich mit dem Teil diverse und schöne Kindheitserinnerungen verbinde.

Omma und ich haben nämlich damit immer fleissig Kekse gepresst, wenn es in die Advendszeit ging und ein – für diese Kekse gar kriegsentscheidender – Faktor war z.B., dass das Blech immer absolut kalt sein musste, bevor man die Kekse drauf presste. Sowas neumodisches wie Backpapier war unnötiger Zinnober. Statt dessen stellten wir das gerade nicht benutzte Backblech immer zum abkühlen nach draußen in den damals noch irgendwie im November/Dezember daheim immer vorhandenen Schnee. (Schnee?!? WTF ist Schnee…)

Die Presse hatte ihren eigenen Karton und wurde diesem zum Anlass des Kekspressens immer feierlich entnommen – IM Karton befand sich ausserdem ein Rezeptheft nach dem der Teig für die Presskekse zubereitet worden ist. IMMER. AUSSCHLIESSLICH. Und zwar immer 3 Sorten:

  • Butterkeks
  • Mandelkeks
  • Schokokeks

Ohne diese Kekse war kein Advent, kein Weihnachten und sowieso überhaupt keine Stimmung. Und verdammich…die waren SO fucking lecker…!!!

Wo jetzt das Problem ist? Tja…die Presse segnete irgendwann das Zeitliche und wurde leider wohl mit ihrem Karton begraben…das Rezeptheft als Grabbeigabe. Beseelt vom Geiste des Kekses  ersetzte ich sie mit einer neumodischen Presse vom Doktor mit Ö. Diese enthielt aber weder so umfassende Rezepte noch überhaupt nur EIN Rezept, welches an die Ommakekse ran kam. Im Laufe der letzten Jahre unternahm ich so manchen Versuch etwas vergleichbares zu finden, was aber dann darin gipfelte, dass sich Fehlschlag an Fehlschlag reihte, ich die Presse irgendwann verfluchte (der Mist klebte, ging nicht raus, blieb nicht am Blech, schmeckte scheisse, usw.) Anlässlich meines Umzuges zu Herrn Argh beschied ich dann, dass diese elendige und neumodische Mistpresse in der alten Heimat verbleiben möge.

Ich glaube, ich versenkte das Teil in den Untiefen des elterlichen Kellers, da mein Vater irgendwann nochmal mit Oma die Originalkekse backen wollte. Das allerdings krankte letztendlich daran, dass sich Omma – mittlererweile über 90 – nicht mehr wirklich an das Rezept erinnern kann. Also aus’m Kopp. Ohne Heft ist damit also auch Sense…

Warum ich das jetzt alles hier ausbreite? Naja – im Zuge der Umstellung auf Weihnachtskram und getrieben durch die Tatsache, dass ich alt und sentimental bin, habe ich letztes Jahr tatsächlich nochmal die Presse mit Ö gekauft. Für schlanke 6 Euro konnte ich im discountierenden Markt nicht daran vorbei *umkipp* und EINE Chance wollte ich der Sache noch geben.

Hochgradig motiviert und inspiriert machte ich  dann noch an die Kekspresserei, denn beim cheflichen Koch fand ich ein Rezept für Kekse von Oma Irma…

Meine Oma heißt zwar nicht Irma, aber das Rezept ist – da konnte man den vielen Kommentaren echt glauben – schon ziemlich gut. Es liegt zwar geschmacklich irgendwo zwischen den Butter- und den Mandelkeksen aus meiner Kindheit, kommt aber das erste mal ECHT nah dran und der Teig war von der Konsistenz 100% astrein. Ich war begeistert!!! Zunächst…mich lies aber die Herausvorderung des originalen nicht los…

Ich begann zu recherchieren und wie mir das Internet verriet, hieß die Presse „Gerda“ und war auch noch in der wunderbaren Farbkombination Tomatenrot-Eierschale zu haben. Gerda! Es hat einen Namen…bwahahahaaaa…

Und nachdem auch nach Nachfrage bei Seniors und anschließender erneuter Suchaktion Gerda nebst Rezepten verschwunden und sich der Verdacht, dass eben das Heftchen mit der damals defekten Gerda in die unendlichen Jagdgründe einging, erhärtete hatte war ich doppelt und dreifach überrascht, dass sich zwischen meinen Geburtstagsgeschenken im letzten Jahr dann etwas „spezielles“ fand:

the one and only original GERDAAAAAAAAAA – zwar nicht im damals verwendeten Kackbraunbeige, aber immerhin in der Version Tomatenroteierschale und mit dem entscheidenden Heftchen…

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*konfettischmeiss*

Und was soll ich sagen – egal, wie unweihnachtlich mir zu Mute ist, aber das Ding kommt in den Tresor und ich schwöre *faustgenhimmelreck* ein Jahr ohne Gerdakekspresskekse ist kein Jahr. Also das zählt nicht…in Sachen Weihnachtlichkeit dann.

Gerda FTW!

Ommakekse FTW!

Ich geh‘ gezz backen…

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11 Kommentare

  1. Oo Weisste, wir fiebern hier schon lange mit dir mit in dieser Angelegenheit. Ich bin gespannt, ob die Kekse wirklich so schmecken wie in deiner Erinnerung und falls ja – infolge tropfendem Zahn – du das Rezept netterweise weiterreichen mögest ;) Happy baking!

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  2. *fällt mit der Tür ins Blog, fühlt sich wohl und bleibt*

    Ah, von denen gibt es auch eine Keksmaschine? Cool. *gg* Ich habe den „Gerda Multihacker“ und nenne ihn liebevoll „Küchenoma“, weil meine Oma tatsächlich so hieß und das Gerät aus ihrem Nachlass stammte.
    Küchengeräte sind die ideale Kindheitserinnerung, gell?

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    1. Na dann herzlich willkommen…schnapp dir’n Keks! Ich wusste bis eben nicht, dass es von Gerda noch anderen Küchenkram gab/gibt…ich kenne nur Ommas Presse. Aber du hast schon recht…da gibt’s viele, das mich an früher erinnert…

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  3. Meine Oma (80) macht ihr Spritzgebäck (mein Favo gleich nach Heidesand) mit einem steinalten Kurbeldingens. Das ist richtig schwer aus Metall und wird an der Tischkante festgeschraubt, und dann geht’s los. Leider backt meine Oma aus dem Handgelenk, bei Fragen nach Rezepten lacht sie mich immer aus.
    Ich werde wohl nächstes Jahr eine versteckte Kamera montierten müssen…

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    1. Jaaaa…diese Fleischwölfe kenne ich noch zu gut. So einen haben wir auch daheim, nur das meine Oma damit nie Kekse gemacht hat. Allerdings musste Oppa damals immer Mohn durchkurbeln, wenn Omma den guten Mohnkuchen gebacken hat. Und für Kartoffeln bzw. Klöße hat sie das Ding auch immer hergenommen…das mit der Kamera wäre ’ne Option. Meine Omma ist schon 93 – da tut sich leider nix mehr Kekstechnisch

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