The PPP took my patience away…

Toll – gezz hab ich einen Ohrwurm von den Ramones…

Aber darum geht’s hier nicht.

Früher nämlich war alles besser *krückstockschwenk*

Ja, da lob ich mir noch die gute alte Zeit. Damals, in der Ausbildung bzw. bei der Abteilung, die mich anschließend beschäftigte hatten wir einen Drucker. Also jeder hatte einen am Platz und EINEN hatten wir, der Stand alleine in einem Raum, der durch das Teil mal eben auf 50 Grad (gefühlt) aufgeheizt war, weil der den ganzen Tag lief und druckte. In einer Tour. Ununterbrochen.

Das war so ein riesen Netzwerkdruckermonster und jeden Morgen musste man das Ding mit’m kompletten Karton (!) Papier befüllen, damit es weiter seinen Dienst tun konnte. Ab und an musste man eine partyfassgroße Tonerkartusche auswechseln, damit es weiter ging…und wenn Papierstau war, ruppte man 2-20 Klappen auf, popelte alles raus, klappte die Klappen fast schon meditativ wieder zusammen und der Hobel lief. (Legendär damals die Druckereinweisung für Dummies, die ein Kollege bei mir durchführte, der noch leicht im falschen Frauenbild verhaftet war, denn er wies mich einfach nur an bei jeglichen Problemen zu ihm zu kommen, sei der Drucker doch so hochtechnisiert, dass ich das als „Mädchen“ – ich war Anfang 20 – nicht verstehen könne…*wegbrech*) So’n Chi-chi wie Scanner oder Scan-to-Mail usw. gab’s nicht und Farbdrucke brauchte keine Sau.

Da sprach die schiere Menge der gedruckten Information für sich – auch die gemeine E-Mail wurde gedruckt und abgeheftet, gerne auch in doppelter Ausfertigung, weil Sicher halt Sicher ist… Gut – es war der Umwelt vielleicht nicht so dienlich, dass Bestellformulare z.B. immer in 3-facher Ausfertigung gedruckt worden sind, was es nötig machte selbige zu sortieren und Druck 1 zum Lieferanten, Druck 2 für’s Archiv und Druck 3 direkt für die Tonne zu geben (ja echt…was ich an Papiermüll verjaucht habe…oO), aber wer schreibt (druckt?) der bleibt und wir hatten immer viel Spass im Büro. Was man nicht alles aus diesen unnützen Drucksachen machen konnte…Papierflieger, Origami, Kotztüten, Schmierzettel, lutige Masken (fragen sie nicht…), Schiffchen und Hüte…ja, das waren noch schöne Zeiten. Da hat man als Azubi auch noch vorschriftsmäßig das ABC gelernt, weil man jeden Tag mindestens 3 Stunden mit der Ablage beschäftigt war…

Warum ich das erzähle? Zum einen aus purer Nostalgie und zum anderen, weil heute PPP bei mir für paperless printer piss-off steht und sie dürfen sich gerne fragen „was zur Hölle ist da wieder los?“…oder auch „Was stimmt mit ihr (also mir) nicht?!?“ – wobei ich bei letzterem sagen kann: vermutlich einiges…*hust*

Nach einigen Jahren in einer Tätigkeit, die nur meine marginale Anwesenheit in unseren Büroräumen erforderte, arbeite ich nun seit einiger Zeit wieder als Vollzeitbüroheini/-hirni und man muss anführen, dass wir hier das totale Hipsterbüro sind.

Voll im Trend quasi und durchdesignt bis zum Anschlag mit cleandesk (Zero-Geraffel-auf-dem-Tisch) und Papierlosigkeitsstrategie. Ganz großes Kino – Also eigentlich…denn auch wenn die Papierlosigkeit bei uns Einzug halten sollte, ist es auch in der heutigen Zeit doch ab und an noch von Nöten mal was aus zu drucken, weil es dann eben doch Papiere/Unterlagen gibt, die einer „echten“ Unterschrift bedürfen oder halt in Papierform vorliegen müssen, weil wegen deswegen halt und bla…egal…

Aus eben den genannten Gründen gibt es einen Drucker. So’n Kombinetzwerkmegading, das alles kann ausser Kaffee kochen und Atome spalten und der einzige seiner Art auf der ganzen Etage (wenn nicht sogar im Gebäude) ist. Strategisch (?) klug ist das Ding direkt vor meiner/unserer (meine Gehaltsklasse sieht noch kein Einzelbüro vor – Notiz an mich: dran arbeiten!) Tür postiert, weswegen es mir zwangsweise nicht entgeht, wenn die pseudo-papierlos agierenden Kollegen mal wieder die Strategie mit Füßen treten und irgendwelche unnötige Gülle ausdrucken und dabei blöd vor unserer Tür rumstehen und am besten noch blöd glotzen oder einem unnötige Gespräche aufdrücken…

Bei dem ein oder anderen pöbelt man dann schonmal, zumal es immer die gleichen Strategen sind, aber wenn es sich dabei nun um den generalen Manager handelt, gilt es dann doch aus diplomatischer Sicht die Fresse zu halten. Gerade auch wenn selbiger mal eben einen halben Tag (!) damit beschäftigt ist das Druckdings heiß laufen zu lassen, um im Anschluss zwei komplette Wände (!!!) und diverse Flipcharts und Aufstelltafeln mit seinen Ausdrucken zu tapezieren…und das in einem Raum, der für teuer Geld mit neuster Elektronik ausgestattet worden ist, die quasi eine lückenlose Präsentation aller Daten (auch simultan, abwechselnd, gleichzeitig und nebeneinander in Farbe und Bunt) ermöglichen würde, da ihm – also dem generalen Manager – ja all diese Daten in digitaler Form vorliegen…

Der Chef liebt’s anscheinend doch old-school…soll er – dafür isser halt Chef. Aber das Ende vom Lied dieser Druckorgie war, dass der Drucker die Segel strich. Komplett. Diese modernen Dinger haben es nämlich an sich, dass die kleinste Fehlermeldung dafür sorgt, das halt dann eben gar nix mehr geht. Und – damit komme ich zum Anfang – schon das zweite Mal innerhalb von kürzester Zeit. Und nun darf ich noch erwähnen, dass das erste Segel streichen auch durch so eine Druckorgie zu verantworten war. Dieses war dem Versuch geschuldet irgendwas auf DIN A3 aus zu drucken. Allerdings ohne vorher das entsprechende Papier eingelegt zu haben. Viel hilft ja oft und bekanntlich viel und so hoffte man(n) anscheinend, dass der Drucker schon drucken (und sich eventuell das bisher nicht vorhandene A3 Papier in Schublade 4 aus dem Nichts materialisieren würde), wenn man den Druckauftrag nur oft genug ins System stellt. Zumindest war aus dem cheflichen Büro stakkatoartiges Mausklicken zu vernehmen, was zunächst von etwas Rumgefluche und dann von dem unheiligen Versuch gefolgt worden ist, A4 Papier in die falsche Schublade zu legen…

*wrrrrrrr*
*schronk*
*wrrrrrrr*
*wrackawrackawrackawrrrrrrrrrackrackrackrack*
*schrock*
*pieeeeeep*

-____-

Voll reingeschlotzt und damit over and out…sehr schön. Die Not-OP am offenen Einzugsschlitz brachte zwar ein ziemlich zerfleddertes Stück Papier zu Tage, konnte die Funktionalität aber leider nicht mehr herstellen…auch das von mir vorgenommene Löschen aller noch im System stehenden Druckaufträge brachte keinen Erfolg – im Gegenteil…ich musste sogar noch eine Diskussion mit einem Kollegen führen, der mir ernsthaft sagen wollte, dass ich doch nicht einfach so die Druckaufträge des generalen Mangers löschen dürfe…wo kämen wir denn dann da hin und überhaupt…ich sollte noch erwähnen, dass der General schon längst den Ort des Geschehens verlassen hatte, was einer stummen Kapitulation vor der Technik galt und uns quasi mit dem gefledderten Datenschlachtfeld im internen Speicher der Gerätschaft zurückließ, das zu beseitigen ich mich erdreistete. Egal – all das machte letztlich trotzdem das Erscheinen eines Technikers notwendig, der mal eben einen halben Tag an dem Ding rumpuzzelte…bin gespannt, ob/wann der Typ hier wieder auftaucht (und wie lange er dann braucht). Ich hoffe mal, dass der Fehler dieses Mal schneller zu beheben ist, denn auf Grund unserer räumlichen Nähe kommt jetzt jeder Vollpfosten hier reingestolpert und befragt ausgerechnet mich (ich bin berühmt für meine Geduld und meinen Gleichmut…) warum der Drucker nicht geht…
Gute, alte Zeit…und der nächste, der jetzt fragt, kriegt kommentarlos einen in die Fresse -___-

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9 Kommentare

    1. Wobei das mit dem KKK ja gar nicht so fern liegt…dachte ich dabei doch an den betreffenden Ramonessong, als ich nach einer möglichst schwachsinnigen Überschrift gesucht habe…

      Gefällt 1 Person

  1. …wie ich bei „PPP“ automatisch an „PowerPoint Präsentation“ dachte… Das Studium hat mich versaut.

    Massendrucker nerven höllisch, egal wo. Sobald mehrere Personen gezwungen sind, einen gemeinsamen Drucker zu nutzen, beginnt die Katastrophe. Je komplexer das Gerät, desto größer die Katastrophen… Qualität ging früher auch irgendwie anders…
    Ich beneide Dich nicht drum, dass das Teil direkt vor Deinem Büro steht…

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    1. Bei dem Zinnober hier hätte es sich echt auch um Powerpoint handeln können oO Und wenn sich alle dran halten würden, dann müsste so gut wie nix gedruckt werden…

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